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Grenzübergang Kanada - USA (Landweg)

Ein neues Land!! Wuhuu, und endlich geht es auf der Homepage weiter - es tut uns Leid, die USA sind mit Highlight an Highlight für uns gestartet und wir haben viele Leute getroffen, dass das Schreiben einfach in den Hintergrund gerutscht ist. Muss auch mal sein :-)

 

 

Zuerst nun aber unsere Infos zum Grenzübergang Kanada - USA für alle Reisende oder Planenden vielleicht eine Hilfe.

 

Wir verlassen Kanada nach gut vier Monaten im Land. Bei British Columbia gehen wir den Grenzübertritt an. Saisonbedingt lassen wir Vancouver und Vancouver Island aus, da wir die nördlichen US-Staaten noch vor dem Winter besuchen wollen. Denn was man sich hier bewusst sein muss: Man ist oft in stark unterschätzten Höhen unterwegs, wo der Winter schnell und plötzlich kommen kann (vor allem der Yellowstone Nationalpark! Ohne dass man es wirklich merkt befindet man sich auch am tiefsten Punkt im Park auf gut 2000m.ü.M!)

 

So geht es für uns vom Besuch der Familie einfach südwärts und wir reisen in die USA über den Landweg ein, nicht wie ursprünglich in unseren Köpfen über den Seeweg von Vancouver Island aus.

 

 

Bei Roosville geht es für uns über die Grenze.

 

Zuvor haben wir uns informiert, welche Formalitäten geregelt sein müssen. Und so sind wir zum Formular I-94 gekommen, welches für den Grenzübertritt per Landweg ausgefüllt werden muss. Online wurde ich dann zum ESTA geleitet, was mich irritiert hat, da ich meinte, dies bräuchte es nicht für den Landweg. Aber da ich das I-94 nicht ausfüllen konnte ohne ESTA, habe ich halt alles von A bis Z ausgefüllt für uns (zwei Personen, kann man aber als Gruppe zusammen fassen).

 

Die Onlineformulare kosten: 12$ das I-94 und 42$ das ESTA (für jeweils zwei Personen). Dies kann man online per Kreditkarte ebenfalls schon begleichen.

 

Corona-Bestimmungen für geimpfte (mit in der USA zugelassenem Impfstoff) gab es für uns keine mehr zu beachten auf dem Landweg (kein Test, kein Formular ausfüllen). Somit war also die Büroarbeit mit den beiden ausgefüllten Grenzübertritt-Formularen erledigt.

Online recht simpel, einzig was für Langzeitreisende etwas schwierig ist: Man muss eine Adresse in den USA angeben, wo man sich befindet. Als Reisende hat man dies ja nicht wirklich, aber wir haben einfach einen Campground angegeben, der für uns auf dem Weg lag. Dies ist auch die einzige Möglichkeit für Reisende, die Grenzbeamtin hat uns dies bestätigt. Man muss auch nicht wirklich auf diesem Campground, Hotel oder was auch immer man angegeben hat, einchecken - auch wir sind den Campground dann schliesslich nicht angefahren.

 

 

Weiteres an Büroarbeit ausser den Formularen: Wir haben alles bereit gelegt, was die Grenzbeamten interessieren könnte:

 

  • Pass
  • Fahrzeugausweis
  • Temporäre Importpapiere von der Verschiffung
  • Fahrzeugversicherung
  • unsere Krankenversicherung plus Impfpässe
  • ungefähre Reiseroute und ungefähre Ausreise nach Mexiko

 

So ausgerüstet, sind wir ab an die Grenze bei Roosville. Zuerst fährt man durch grosse Tore (waren das irgendwelche Scanner?? who know’s...) und streckt dem ersten Beamten die Pässe hin. Er kontrollierte diese kurz und fragt nach unserem ESTA, ob wir dies ausgefüllt haben. Wir sind froh, können wir ja sagen (war also richtig, dies online auszufüllen) und er schickt uns zum Parkplatz durch und erklärt, wo wir ins Büro kommen. Die Pässe behält er und gibt sie schon bereits weiter an die Beamtin im Büro.

 

Wir sind nun also da, kommen ins Zollbüro und die Beamtin hat bereits unsere Pässe und spricht tatsächlich sogar Deutsch mit uns! Wir waren zuerst etwas perplex :-P Das ist aber wohl Glücksache, wer gerade da ist.

 

Und so werden wir mündlich nochmals befragt zu unseren Plänen, wir geben unsere Fingerabdrücke digital ab und fertig!! Jap, tatsächlich schon fertig! Wir sind erstaunt - wir haben so viel schlechtes gehört von der USA-Grenze als Langzeitreisende, dass man ewig ausgequetscht wird etc. und alles darlegen muss (was je nach dem schwierig ist, wenn man nicht wirklich geplant reist, so wie wir). Da wir etwas irritiert sind, von der kurzen Sache, fragen wir nach: Also wir sind mit dem eigenen Auto aus Europa da - brauchen wir da nichts weiter??

 

Nein, ist die kurze Antwort. Denn seit der Wirtschaftsraum Kanada - USA - Mexiko zusammen gebunden ist, muss man für das eigene Fahrzeug keine Formalitäten ausfüllen. Die Kanadagrenze war für uns ja noch eine Grenze von aussen in den Wirtschaftsraum hinein, deswegen mussten wir da am Zoll vorbei um das Auto vom Hafen abholen zu können.

 

 

Und so stehen wir nun zügig wieder draussen mit den Stempeln im Pass für 90 Tage USA. Das Auto darf einfach so lange bleiben wie wir.

 

Die Beamtin kontrolliert absolut nichts von den weiteren Papieren, die wir dabei gehabt haben. Auch eine Lebensmittelkontrolle erhalten wir nicht - werden noch nicht mal befragt dazu. Der Inhalt vom Auto interessiert somit absolut keinen.

 

 

Für uns war es also super simpel, in die USA zu kommen - aber je nach Beamten kann dies natürlich deutlich variieren. Die aufgezählten Papiere sind ein Muss, diese bereit zu halten.

 

Und für uns ebenso selbstverständlich, das Auto aufzuräumen und alles zugänglich zu haben. Frische Lebensmittel darf man generell mal eher nicht in die USA importieren. Es gibt gewisse Ausnahmen aus Kanada, aber da muss man die Herkunft deklarieren können. Um diesen Problemen aus dem Weg zu gehen, haben wir darauf geachtet, das Auto »leer zu fressen« und erst in den USA wieder einzukaufen. Wir hatten noch etwas Teigwaren und Dosenfutter dabei, ansonsten nichts.

 

Der Lebensmittelcheck ist nämlich eigentlich eher üblich, als dass man ohne Kontrolle wie wir einreisen darf als Camper. Deswegen ist es ratsam, möglichst wenig dabei zu haben.

 

 

 

Unsere Empfehlung für den Grenzübertritt per Landweg in die USA:

 

  • Formulare online ausfüllen (I-94 und zwar inkl. ESTA), denn ab dem 1.10.2022 ist es Pflicht, das ESTA bei JEDER Einreise in die USA auszufüllen, hat uns die Grenzbeamtin Auskunft gegeben.
  • Papiere bereit halten
    • Pässe
    • Fahrzeugausweise plus Papiere von der Verschiffung
    • Fahrzeugversicherung
    • Krankenversichuerungsausweis und Impfpässe
  • Sowie ungefähr einen Plan haben, was man bereisen möchte in den USA - den planlos reinfahren, das kaufen sie einem einfach nicht ab. Auch wenn die Route schliesslich völlig anders ist, darauf kommt es nicht an.
  • Möglichst wenig Lebensmittel einführen

Und finito! Der Grenzübergang kostet somit für uns (zwei Personen) rund 56$ und etwas Zeit, aber verlief für uns absolut unproblematisch.