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Nördliche Puna Route 12. Oktober bis 21. Oktober

...oder vom ersten Teil der Route über das Puna Hochplateau, Argentinien.

In San Antonio de los Cobres füllen wir nochmals die Fahrzeuge mit allem Frischen, was wir finden können. Hier oben nicht ganz einfach, aber immerhin lässt sich doch erstaunlich viel finden. Unter anderem auch noch leckere Empanadas - bevor es dann auf die eigentliche Puna geht, nur begleitet vom Verkehr, der zu den Minen hier oben geht.
Die erste Etappe ist somit von Wellblechpisten geprägt. Hier fahren doch einige schwere Trucks zu und weg von den Minen, sodass die Pisten deutlich darunter leiden.
Wir kreuzen Salz- und Steinwüsten - wunderschöne Landschaften, wie wir sie auch von der Lagunenroute her kennen. Die Puna lässt "nicht lumpen" mit genau so schönen und beeindruckenden Landschaftsformationen. Die Fotos fangen die Landschaft nur bruchstückhaft ein - denn zu den super schönen Bildern müsst ihr euch vor allem auch noch kalten Wind, Staub und Sand vorstellen, der euch ständig ins Gesicht fegt. Nur so könnt ihr - annähernd - dem Gefühl der Puna näher kommen ;-). Sanfte Schönheit ist hier fehl am Platz. Nein, es ist rau und wild - nicht immer angenehm, aber dennoch einzigartig!

Bei Tolar Grande suchen wir die "Ojos", die Augen der Salzwüste. Es gibt die eigentlich in jedem Salzsee - Lüftungslöcher in die Gewässer unterhalb der Salzkruste. Aber hier sind sie besonders schön. Alle Farben und glitzernde Salzkristalle. Woow!!!
Schon hier in dieser Gegend bleibt es nicht unbemerkt, dass die Landschaft von Vulkanen geprägt wurde. Neben dem schwarzen Lavagestein, welches sich hier als "Steinzungen" über die Wüste ergiesst, hat man auch fasst immer - mal mehr, mal weniger - beissenden Schwefelgeruch in der Nase. Auch das gehört zur Puna.

Wir treiben es dann auf die Spitze mit dem Schwefel - wortwörtlich. Wir besuchen die Mina La Casualidad auf etwas mehr als 4'000m über Meer. Das Abbaugebiet des Schwefels befand sich allerdings auf über 5'000m über Meer. Beide Minenstädte sind heute verlassen und nur noch eine Touristenattraktion. Wir erkunden den unteren Teil ausgiebig. Unglaublich spannend, diese Stadt zu betreten - wie man hier wohl gelebt hat??

Das Gute an "lost places" ist, dass wir uns hier etwas in den Windschutz stellen können. Denn auch hier fegt ein beissend kalter Wind über die Gebäude. Auf einer Anhöhe steht ein grosses Gebäude - evtl. ein ehemaliger Festsaal/ Kantine? Wir wissen es nicht. Aber hinter den Mauern können wir alle drei Fahrzeuge etwas schützen und das Beste ist, wir können uns hier sogar rein setzen in die Halle und ein gemeinsames Feuer im immer noch stehenden Kamin anheizen. Die letzten Abende konnten wir nämlich nicht zusammen sitzen: Zu kalt war es um draussen zu bleiben und 11 Personen plus einen Hund passen einfach nicht in ein einziges Fahrzeug. Wie schön auch die Landschaft hier ist - draussen hat man immer mit den rauen Wetterbedingungen "zu kämpfen". Aber hier können wir nun dann dank dem leer stehenden Gebäude und dank des Dutch Ovens leckeres asiatisches Gemüse über dem Feuer kochen und Fleisch grillen. Njaamiii!!!


Der obere Teil der Mine - die Mina Julia - erkundigen wir dann in einem Tagesausflug von La Casualidad aus. Denn auf über 5'000m über Meer wollen wir nicht übernachten. Nachts ist die Gefahr von Höhenkrankheit am Grössten. Der Ausflug macht riesig Spass, zumal man hier auch das erste Mal die Tracks etwas verlassen kann und durch sandige Canyons offroaden kann. Auch Schnee treffen wir hier oben noch an und das gibt natürlich ein lustiges Intermezzo - schlittelnde Kinder und ein Hund, der vollkommen abdreht, da er das erste Mal Schnee sieht. Mamacita mag anscheinend das kalte Weiss. Sie tobt sich richtig aus hier oben.

 ©Ufbruchstimmig 

Auf einer Abkürzung zum Cono de Arita, einem pyramidenförmigen Hügel mitten auf einer Salzwüste, passiert es dann: Die Womi-Omi der Staubteufelchen geht in die Knie. Beide Befestigungen der Stossdämpfer der Wohnkabine sind gerissen, zudem auch der Rahmen des LKWs. Was für eine Tragödie!!! 
Aber schnell ist klar, vorerst kann die Reise auch ohne die Stossdämfper weiter gehen. Sie werden also abgebaut und demontiert. Der Test, ob die Womi-Omi sich nun nicht zu sehr aufschaukelt, ist ebenfalls erfolgreich absolviert. Es sollte gehen. Aber damit steht fest: Die Womi-Omi wird uns in Antofagasta de la Sierra definitiv verlassen. Sie waren sowieso unsicher, ob sie nicht zu lang sind für das Ende der Strecke, da einige enge Kurven zu bewältigen sind. Die Überlegungen sind nun aber definitiv beendet - mit dem Schaden können sie es nicht riskieren.

 

Trotz diesen schlechten Neuigkeiten geniessen wir dennoch den faszinierenden Cono de Arita. Wie und warum er sich gebildet hat, ist bis heute unklar. Über weitere unglaublich schöne Landschaften erreichen wir die Laguna Verde kurz vor Antofalla. Obwohl wir schon viele Lagunen gesehen haben - diese hier ist an Farben nicht zu übertreffen. Hier treffen wir zum ersten Mal auch andere Touristen / Touren an. Da wir aber früh da sind, können wir die Farben immerhin einige Minuten ganz für uns geniessen.

 

Nach zwei weiteren Nächten in der absoluten "Einöde" (positiv gemeint!! :-) ) erreichen wir Antofagasta de la Sierra. Hier stellen wir uns bei der Turnhalle auf den Parkplatz, füllen Wasser und Lebensmittel und verabschieden nun die Womi-Omi mit den Staubteufelchen. Wir wünschen eine schnelle und sorglose Reparatur!

 

Für interessierte Reisende: Download der GPS Routeninfos - GPS Track, GPX File von der Route findet ihr hier.


Für uns und die Familie FoB heisst es nochmals etwas Routenplanung betreiben, denn hier ist der letzte Ort mit Empfang. Und dann kann es auch schon losgehen - auf direktem Weg über Las Papas nach Fiambala - ein Track, der durch Sanddünen, enge Täler und einige Zeit auch direkt durchs Flussbett führt. Wir sind gespannt und voller Vorfreude auf dieses off-grid Abenteuer.

 ©Ufbruchstimmig