...oder von der berühmten RN40 und wie wir krampfhaft versuchen, ihre Seitentäler zu erkunden - aber wir stecken noch in der falschen Saison...
Nun geht es also wieder aus der Stadt raus. Und das bedeutet auch, dass die Zeit mit FoB sich dem Ende zuneigt. Noch nie haben wir es bis jetzt so lange mit Reise-Kumpels "ausgehalten" und
es ist nicht einfach, Tschüss zu sagen. Aber wenn man eins lernt auf so einer Reise, dann, dass alles irgendwann zu Ende geht...
Aber erst mal wollen wir auf dem Weg raus aus Mendoza noch die letzten Besorgungen machen: Wir benötigen noch Holz für eine Hundebox (es gab keine in Cita's Grösse) und Glasfaser um das Zelt zu
reparieren (der Shop in der Stadt war zu...). Wir halten also nochmals alle zusammen am Baumarkt.
Aber... der heutige Tag steht unter keinem guten Stern. Wir finden nichts, was wir bräuchten. Auch für mein Handy gibt's keine "Ersatz"Lademöglichkeit ohne Stecker (der nur in Europa erhältlich
ist). Also wollen wir nach dem erfolglosen Shoppingcenter Besuch endlich noch in die geplante Wein-Bodega, um den Wein aus Mendoza auch noch richtig kosten zu können. Aber bei der von uns
ausgesuchten Wein und Sandwich- Bar rennen uns drei Hunde entgegen und Cita ist nicht mehr in das Restaurant rein zu kriegen. Die Besitzer lassen die Hunde auch weiterhin frei laufen - was für
uns dann bedeutet, weiterzuziehen - die nächste Pleite heute. Im lokalen Supermarkt gibt's dann auch kein richtiges Essen und so snacken wir nur schnell was und flüchten mit den gekauften
Weinflaschen (immerhin...) raus aus dem Stadt-Gebiet und hoch zum
Stausee Potrerillos. Hier verbringen wir den letzten gemeinsamen Abend zu sechst - mit ein paar Flaschen Wein; vielleicht auch einer zu viel. ;-) Leicht verkatert am nächsten Morgen bricht
unser letztes Frühstück in Gesellschaft an.
Weiter geht es dann also für beide - FoB und Dodo - ohne Fahrgemeinschaft. Wir sind wieder zu dritt und dies fühlt sich erst mal ziemlich komisch an. Wir fahren nochmals zurück nach Mendoza, denn neben den Pleiten gestern, haben wir es immerhin geschafft, Kontakt zu einem Hundeboxen Verkäufer zu bekommen und auch zu einem Glasfaser Verkäufer. Beides sollte heute für uns bereit sein. Und tatsächlich sind wir erfolgreich und begeben uns nun definitiv - mit Hundebox, Glasfaser und einer "innovativen" Möglichkeit mein Handyakku extern zu laden - auf den Weg in Richtung Süden. Wir müssen nun mal etwas Strecke machen, wenn wir Feuerland noch im Sommer erreichen wollen.
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Die erste Etappe ist von Fahrtagen entlang der Routa 40 geprägt, wo wir auch noch Gelegenheit finden, in einer guten Wäscherei mal alles was wir haben waschen zu lassen - inkl. Schlafsäcke, die seit den Anden-Hochebenen von Staub fast stehen.
Um nicht immer auf teuren Zeltplätzen zu stehen (entlang der 40 sind sie wiiiiirklich teuer!!!) stellen wir uns auch mal an Dorfränder oder in trockene Flussbette... Und hier passiert es nun: Am Morgen werden wir von Wasserplätschern geweckt - mitten im ausgetrockneten Flusslauf. Waaaas? Rausgeschaut und wir sehen gerade noch die Wasserzunge am Auto vorbei laufen und hinten fliesst ein Bächlein, wo absolute Trockenheit geherrscht hat. Wir springen so schnell es geht vom Dachzelt runter, packen alles in Eile zusammen. Fahren raus aus dem Flusslauf... Wir wissen ja nicht, wieviel und wieso hier plötzlich Wasser fliesst.
Schnell sind wir draussen und können das Ganze beobachten. Das Wasser steigt noch weiter an, aber extrem viel wird es nicht - unser ursprünglicher Platz bleibt trocken. Wir hätten also Glück gehabt. Dennoch hat es uns mal wieder gelehrt - nicht in Flussläufen campen...!!!
Neben der "offiziellen Routa 40" nehmen wir immer wieder Abstecher in Angriff. Wir fahren die alte Routa 40 - von Pareditas nach El Sosneado, die heutige RP 102. Auch von dieser Piste finden wir weitere Abstecher und fahren kurz südlich von La Jaula weiter in die Canyons hinein und gelangen so "hinten rum" ins Tal vom Rio Atuel. Die 220 bis ganz nach hinten ins Tal vom Rio Atuel verfolgen wir ebenfalls soweit es geht. Das Tal hat scheinbar mal mehr Tourismus gesehen. Als absolutes Highlight neben der Landschaft gibt es hier ein verlassenes Thermal-Hotel, wo man die Becken bis heute nutzen kann. Allerdings ist das Wasser relativ kühl geworden - gerade noch so knapp als warm zu betiteln. Aber natürlich lassen wir uns das Bad in einem "lost place" Hotel nicht nehmen.
Hinten im Tal müssen wir allerdings irgendwann umdrehen, da die Strasse abgeschwemmt wurde. So fahren wir nach grandiosen Landschaften schliesslich zurück auf die RN40 und kommen nach Malargüe. Im Winter bekannt für die nahen Möglichkeiten zum Skifahren ist es jetzt ebenfalls ein eher belebter Ort, wo wir mal wieder andere Reisende treffen und uns ein leckeres Burger Restaurant gönnen. Wir bleiben hier etwas auf dem Municipal Camping und gönnen uns etwas Ruhe.
Dann wollen wir über Las Leñas ins Nachbarstal - aber auch hier müssen wir feststellen, dass die Strasse noch nicht geöffnet ist. Trotzdem hat es sich gelohnt, da wir hier kurz vor "Schneeräumungsende" einen super ruhigen Stellplatz am Gebirgsbach finden. Wir müssen uns nun aber damit abfinden, dass wir die "normale" RN40 fahren "müssen" und fahren zurück und südwärts. Durch beeindruckende Vulkanlandschaften führt uns die Strasse stetig südwärts.
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Südlich von Barrancas versuchen wir es nochmals mit einem Seitental über die RP53. Über diese Strecke sollte man eigentlich die 54 erreichen bis nach Varvarco. Aber - nach einem platten Reifen - treffen wir Gauchos, die uns dringend Abraten, uns durch zu schlagen. Die Strasse sei noch nicht durchgängig, von Schnee bedeckt und erst vor ein paar Tagen steckte ein Auto fest. Also gehts mal wieder zurück - aber nur um der Landschaft willen war dies schon ein absolut gigantischer "Umweg".
Auch hier ist die RN 40 von Vulkanen geprägt und lässt einem auch hier oft staunen über die wunderschönen Landschaften. Dafür muss man nicht mal gross in Seitentäler.
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Nach Chos Malal verlassen wir dann definitiv die RN40 für eine Zeit. Wir fahren über die 21, dann über die 27 auf die 26 nach Caviahue. Hier liegt eine grandiose Region - voller Wanderwege und wunderschönen Naturschauspielen, wie zum Beispiel der rote Wasserfall "Salto del Agrio". Daneben gibt es ganze Thermal-Quellen-Dörfer/ Kurorte und die Landschaft ist geprägt von den typischen Araukarien Bäumen Patagoniens. Hier geniessen wir ruhige Tage und einige Wanderungen in dieser wunderbaren Landschaft.
Man merkt aber, wir sind in der Vorsaison. Neben den doch einigen geschlossenen Strassen, an denen wir umdrehen mussten, gibt es ab und an noch etwas Schnee und der Frühling ist gerade am kommen. Aber dadurch finden wir auch an einigen Plätzen ein gigantisches Blütenmeer in gelb und rot vor.
Dann geht es zurück auf die
RN40 - denn um südwärts zu kommen, geht kein Weg um die 40 herum :-P. Wir fahren über
Junin de los Andes ins bekannte
San Martin de los Andes. In den Orten erledigen wir mal wieder einiges, lassen den kaputten Reifen reparieren, suchen neue Glasfaser (die von Mendoza war zu fein gewoben und ist wieder
gesprungen) und kommen stetig tiefer südlich, weiter ins berühmte Patagonien, näher zum Ende unserer ganzen Reise... Ein Ende, welches näher rückt, aber schon ganz lange die Bedeutung des "Ziels"
verloren hat.
Obwohl wir Patagonien stets mit einer grossen Spannung erwartet haben und es eine der Landschaften war, welche ein absolutes Highlight zu werden versprach - fühlt es sich nun auch äusserst
komisch an, in diesem Teil der Erde "angekommen" zu sein.
©Ufbruchstimmig