...oder wie wir 100'000km mit Dodo in den Amerikas erreichen! Er hat uns 100'000km von Halifax bis hier her gebracht!
Und so kommen wir einmal mehr auf ein Neues nach Argentinien. Am ersten Tag im argentinischen Feuerland schaffen wir es aber nicht ganz bis nach Ushuaia - dem Ort, der den Titel der "südlichsten Stadt" trägt. Wo viele Overlander hin pilgern und in diesem Ort "ein Ziel" sehen. Genau so ging es uns vor allem am Anfang der Reise auch. Ushuaia war das Ziel, welches wir irgendwo auf dem Weg aber verloren haben. Klar - irgendwie ist es noch das Ziel, aber unterwegs hat diese berühmte "Strasse" Panamericana von Kanada nach Ushuaia, ihre Bedeutung verloren. Wir sind mit der Vorstellung einer "Strasse von Nord nach Süd" im Kopf losgezogen, haben festgestellt, es ist - wenn überhaupt - eine Art Strassennetz, aber eigentlich war die Reise abseits dieser "offiziellen Panamericana" immer viel beeindruckender und das grössere Abenteuer als wenn wir wirklich da waren. Und so hat auch Ushuaia irgendwie sein Dasein als Ziel für uns verloren. Neugierig sind wir trotzdem auf diese südlichste Stadt der Welt.
Nach einer Nacht im Schutze eines Waldes kommen wir am zweiten Tag in eben dieser Stadt an: In Ushuaia. Natürlich halten wir auch den obligatorischen Halt bei den Ortschildern ein. Wir posieren mit Auto und schiessen unser "Zielfoto". Wie komisch uns das vorkommt...
Seit Halifax sind wir 99'550km mit Dodo gefahren, seit Mexiko mit Hundezuwachs. Es sind 973 Tage nach Ankunft in Halifax vergangen und wir sind somit volle 2 Jahre 7 Monate 28 Tage
unterwegs.
Beim Losziehen in Sorge, ob wir überhaupt ein Jahr durchhalten, haben wir viel mehr Zeit gebraucht als gedacht und vor allem Südamerika hat uns vollkommen in den Bann gezogen.
Wir fahren mehr oder weniger direkt zum Camping Municipal am westlichen Ende des Ortes und gleichzeitig an der Zugstation "Fin del Mundo", am Ende der Welt. Weiter geht es nur noch in den Nationalpark Tierra del Fuego, wo Hunde nicht mehr gestattet sind. Wir können hier aber immerhin noch rund um den Camping kleine Spaziergänge unternehmen. Wir verweilen hier zwei Tage, geniessen die Ruhe und haben auch noch ein bisschen Gesellschaft von anderen Overlandern. Vor allem mit Nico und Marie verbringen wir gesellige Runden und tauschen uns über die Reisepläne und Autos aus.
Auf eben diesem südlichsten Camping gerät sich Cita mit einer französischen Bulldogge in die Haare. Also ja... Der Frenchie rennt schon eine ganze Weile durch den Camping ohne Leine, will mit Cita spielen und Cita ist mit dem keuchenden, faltigen, rutenlosen Knäuel einfach komplett überfordert. Sie ist bei uns am Auto angeleint. Mehrfach rennt der Frenchie zu Cita, sie bellt ihn weg und dann - ach, Wunder, schnauzt uns seine Besitzerin an, was für einen bösen Hund wir hätten und überhaupt, was wir hier wollen, wir sollen doch dorthin, wo wir hergekommen sind. Wir blöden Touristen!!
Phuuu - mal eine Ansage für eine, deren Hund komplett unkontrolliert im Zeug rum rennt und sich absolut nicht abrufen lässt. Aber klar, der grosse Hund ist immer der Böse. Der Kleine will ja nur spielen...! Wir sperren Cita kurz mal ins Auto, damit die Lage sich entspannt und stellen fest, gerade hier am südlichsten Punkt haben wir das erste Mal auf der ganzen Reise Fremdenfeindlichkeit erlebt.
Nach zwei Tagen hier zieht es uns dann weiter. Wir schauen uns Ushuaia noch kurz an. Die Stadt ist an sich nicht wirklich sehenswert, aber der Betrieb hier ist schon amüsant. Wir ziehen den Altersdurchschnitt vermutlich gerade um einige Jahre nach unten, sind hier doch vor allem "Koffer-Touristen" im Pensionsalter unterwegs, die sich eine Antarktistour gönnen. Ein ganz anderes Publikum als überall sonst in Südamerika. Lange hält es uns nicht in der Stadt, wir bummeln etwas durch die Souvenierläden und dann ziehen wir weiter.
©Ufbruchstimmig
Wir möchten noch die Strasse J entlang vom Beagle Kanal erkunden. Wir haben auch noch online die lokalen Tourenanbieter ausgekundschaftet auf dem Campingplatz, kamen aber zum Schluss, wir ziehen auf eigene Faust los entlang vom Ufer des Kanals. Die Touren sind alle sehr teuer - man merkt, dass es hier eine Touristen-Hochburg ist. Vor allem als Zwischenstation für all die Kreuzfahrten zur Antarktis. Und so sehr uns die wilde Antarktis auch lockt: Das liegt weit über unserem Budget nach unserer langen Reise von Halifax bis hier her ;-). Aber damit sind wir okay. Vielleicht schaffen wir das ein anderes Mal in unserem Leben.
Entlang vom Beagle Kanal verbringen wir noch weitere zwei Tage. Hier unten findet man wundervolle, wilde Stellplätze und die absolute Ruhe - abgesehen vom ständigen Wind. Wir finden "Bob", den einsamen Königspinguin hier unten, welche andere Reisende auch schon gesichtet haben. Später bekommen wir die Nachricht, dass Bob aber nicht mehr einsam ist. Es scheint ein junger Pinguin zu sein und seine Mama kommt immer mal wieder und bringt Futter. Während der Jagd steht der Nachwuchs allein am Strand und wartet... Und posiert dabei auch für ein paar Reisende für Fotos.
Am Ende der Strasse J lassen wir Dodo stehen und ziehen zu Fuss weiter. Die Wanderung durch Matsch und entlang der Küste bringt uns noch etwas weiter südlich - aber dann ist fertig. Hier bei etwas mehr als 55°S kommen wir am absolut südlichsten Punkt dieser Reise an.
Nach dieser wundervollen Zeit hier unten geht es ab jetzt nur noch nordwärts. Und zwar in zügigen Schritten. Wir müssen ja nach Santiago bis zum 14. Februar - aber offiziell berichten wir unseren Familien, dass wir im März von Montevideo zurück verschiffen und noch keine Ahnung haben, wann genau wir fliegen...
Die letzte Nacht auf Feuerland verbringen wir in der Nähe von Rio Grande, noch auf der argentinische Seite. Wir übernachten hier, um morgen sicher auf die Fähre zu kommen: Wir haben ein Date!! Wir möchten die FoB's nochmals treffen, denn sie werden nun mit der Fähre nach Feuerland Richtung Süden übersetzen.
Am Morgen geht die Fahrt los, über die Grenze nach Chile um die Fähre zu erreichen. In der Schlange beim Warten zur Fähre zum Festland fällt uns plötzlich etwas auf: Wir haben unser KM-Jubiläum verpasst!!!! Wir sind über 100'000km unterwegs seit dem KM-Stand in Halifax... Und haben es einfach verpasst. Tja... Das Foto gibt's also nicht davon.
Auf der Festlandseite treffen wird die FoB's auf ein freudiges Wiedersehen. Auch haben sie Marc und Vale, mit denen wir schon öfters wegen Streckeninfos Kontakt hatten, wir aber nie live getroffen hatten bis jetzt, mit dabei und Iwan und Jana. Es wird ein super gemütlicher und schöner Abend mit einem grossen Lager mit den vier Fahrzeugen. Was für eine Mischung ist hier mal wieder zusammengekommen. Das geniessen wir sehr und vermissen es jetzt schon, wenn wir nicht mehr als Reisende durch die Weltgeschichte bummeln.
Am nächsten Morgen trennen sich unsere Wege: Iwan und Jana müssen Gas geben - sie fahren nordwärts zum brasilianischen Carneval. Die FoB's und Marc und Vale nehmen die Fähre nach Feuerland. Und wir fahren nun die argentinische Küste nordwärts und besuchen noch einige Punkte, welche wir unbedingt noch sehen möchten. Es bleibt also bei nur einem Tag Abstecher nach Chile - es geht zurück nach Argentinien.
©Ufbruchstimmig








































