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Chile immer nordwärts 3. Februar bis 13. Februar

...oder vom letzten Part unserer langen Reise in "bekannter Besatzung".

Nach der Grenze gönnen wir uns am Lago Rupanco eine Pause. Das Wetter ist schön, der See ist ruhig gelegen. Was für ein Glück, dass wir nicht sofort weiter fahren, denn die Überraschung folgt noch. Erstmal geniessen wir einen schönen Tag, Adi mit fischen und ich mit entspannen und etwas Bürokram erledigen...

 

Und dabei kommt mir eine Strassenhundfamilie gefährlich nahe.

Eine Hundemamma mit zwei Welpen gesellt sich zu uns - am Anfang in sicherer Distanz wegen Cita vermutlich. Natürlich teilen wir Cita's Fressen mit den dreien. Erst kommen und gehen sie wie sie wollen und dann plötzlich verschwindet die Mama und die Welpen bleiben. So als würde sie sagen: Soo, ich hab' meine Arbeit erledigt, ihr bekommt jetzt hier Futter. Die Welpen sind auch schon ziemlich selbstständig und wir finden dann raus, dass vorne am Strand eine Hundehütte steht, wo die Hundefamilie anscheinend wohnt. Einer der Welpen zieht dann auch wieder zurück, der helle bleibt bei uns... Hmm... Können wir.... Können wir zwei Hunde mitnehmen??? Cita scheint auch schon okay zu sein mit dem Kleinen...
Nein - natürlich nicht ;-)!! Vor allem auch wegen dem schon immer mehr nahenden Rückflug. So schwer es fällt, wir umsorgen die kleinen Vierbeiner hier und lassen sie dann an diesem schönen Strand und ihrer Hütte zurück. Der Strand ist rege besucht von Locals und irgendjemand scheint sich ein bisschen um die Hunde zu kümmern - mit der Hütte und Einrichtung hier. Kein allzu schlechtes Los.
Aber zurück zum Bürokram, der erledigt werden musste: Ich glaube, wir haben es hier noch gar nicht aufgeschrieben: Unser Thule Dachzelt ist kaputt. Noch kein Jahr hatten wir es gehabt und die Hartplastikschale bekam Sprünge. Der erste haben wir in San Pedro de Atacama entdeckt, nach der Lagunenroute. Nach/ während der Puna kamen noch zwei Risse dazu - alle genau gleich über die Ecken und durch die Löcher der Nieten hindurch. Ein dichtes Dach haben wir so bestimmt nicht mehr... Wir haben es unterwegs mit Epoxid und Glasfaser notdürftig repariert. Aber dass diese Schale nicht mal ein Jahr gehalten hat, enttäuscht uns. Wir haben schon beim ersten Riss Kontakt mit Thule aufgenommen wegen einer allfälligen Garantie. Leider brach das komplette Chaos aus: Der Händler in Peru war keine offizielle Vertretung und Garantiefälle laufen über die Händler, nicht über die Firma Thule. Aber wir fahren ja auch gar nicht mehr zurück nach Peru und erreichen konnten wir den Shop auch nicht. Nach erstem kompletten Zurückziehen von Thule, kam dann doch mal die Rückmeldung, dass dies ein Garantiefall ist und wir ein Ersatzzelt bekommen. Schon da befürchten wir, das dies schwierig wird auf Reisen. Die Lieferung Hause in die Schweiz verweigert uns Thule, das ginge nicht. Nach langem Organisieren und stürmen, heisst es schliesslich, dass ein genau gleiches Zelt nach Santiago geliefert werden könne. Ersatzzahlungen seien nicht möglich.
Okay, damit sind wir absolut einferstanden - nehmen wir. Die ganzen Umstände geben uns immerhin auch gleich das perfekte Alibi für den Rückflug zum Geburtstag meiner Mutter von Mamacita und mir, Maya. Wie sonst hätten wir begründen können, dass wir nochmals nach Santiago müssen??
Wir nehmen also hier von unserem Stellplatz nochmals Kontakt zu Thule auf, ob alles klappt und das Zelt ankommen wird. Wir kriegen keine Antwort mehr. Auch organisieren wir hier online schon mal Reifen, denn wir zweifeln, dass unser 7-fach geflickter Reifen Adi noch sicher bis Uruguay bringen wird. Die passenden zu finden ist auch nicht ganz einfach und so bin ich lange beschäftigt, mit allen möglichen Reifenhändlern in Kontakt zu kommen. Die meisten haben leider nur Chinareifen verfügbar - wir hoffen, wir finden noch BF Goodrich oder General Grabber bis wir in Santiago ankommen werden.
Als wir weiter fahren, klingelt plötzlich das Telefon. Selten passiert uns dies unterwegs ;-). Es sind Alex&Jochen, Paul und Emil, die wir vom Pantanal kennen. Sie seien an der Küste in Chile, wo wir den stecken? Nach kurzem Gespräch stellen wir fest, wir sind nicht weit voneinander entfernt. Also los - wir ziehen durch und fahren zu ihrem Stellplatz an der Küste und legen bei ihnen nochmals einen Tag Pause ein.
Wir geniessen das Zusammentreffen, es wir munter gegrillt, gequatscht und rum gestromt. Was für ein herrlicher Tag.

 ©Ufbruchstimmig 

Leider bleibt nicht unendlich Zeit zusammen und wir ziehen weiter nordwärts in Richtung Santiago. Wir geniessen die letzten Stellplätze an der Küste Chiles.

 

Schliesslich erreichen wir am 8. Februar die Stadt. Als erstes stellen wir uns auf den Camping in der Nähe der Flughafens. Hier müssen wir schon mal die Hundepapiere anfordern. Bei unseren Tätigkeiten rund um den Flughafen, pausieren wir natürlich unser Polarsteps-Tracking. Nicht, dass da irgendjemand Verdacht schöpft, und sich fragt, was wir hier tun.

Es erreicht uns auch die enttäuschende Nachricht von Thule, dass das Ersatz-Dachzelt zwar unterwegs sei, aber Verspätung habe. Es kommt nicht mehr rechtzeitig an hier in Chile -.- .

Tjaaa, wir haben irgendwie damit gerechnet. Nach nochmaligem Aufwand zum Erklären der ganzen Reise-Situation und dass wir Flug und Schiff gebucht haben und nicht noch mehr Zeit übrig haben, um auf dieses Zelt zu warten, wird dann plötzlich eingelenkt: Lieferung nach Europa sei nicht möglich, aber wir erhalten eine Rückerstattung. Und, ach Wunder!! Obwohl es schliesslich lange gedauert hat und noch Nachfragen nötig waren, kam die Rückerstattung tatsächlich Wochen später bei uns an. Herzliche Gratulation, Thule, für diese Leistung... -.- Das hat uns natürlich trotz dem unglaublichen "Gestürm" gefreut, aber das ganze Theater über Monate hinweg, Nachfragen und Drängen auf Bearbeitung - Kundenservice geht anders!!! Unser Ersatzzelt von der Rückzahlung wird auf jeden Fall kein Thule Zelt mehr werden.

 

Immerhin Reifen haben wir schliesslich noch gefunden, dank einem Tipp von Sam (born4adventure). Nach zwei Tagen auf dem Stadtcamping, ziehen wir in ein AirBnB (der Camping ist ungemein teuer!!!), geniessen noch ein paar Stadtbummel, lassen Dodo neu bereifen und holen eben leider kein Dachzelt ab...! Wir treffen hier in der Stadt auch unsere Container Buddies zu leckeren Pasta - tsavotouring, die wir von Mexiko her kennen.

Am 13. Februar geht es dann nochmals für eine Nacht zum Camping raus, da dieser perfekt liegt um den Flughafen am Morgen früh zu erreichen. Denn für Mamacita und mich heisst es nun Ernst!! Wir fliegen zurück nach Europa - Mamacita in der Box "in hold". Für alle Tierbesitzer, die sich für Details interessieren, haben wir eine Zusammenfassung unserer Erfahrung und Ablauf in Santiago de Chile für "Fliegen mit Hund" gemacht. Dies findet ihr hier beim folgenden Button als Link oder fragt uns per Kontaktformular oder travelingpetvetcare an, wenn ihr mehr wissen wollt über dieses Thema.

 ©Ufbruchstimmig