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Mamacita und Maya - 14. Februar bis 17. Februar

...oder von der Ankunft vom "ersten Teil der Reisecrew" zurück in Europa: Von Santiago de Chile nach Paris - bis in die Schweiz.

Der Tag der Tage: Am 14. Februar 2025 besteigen Mamacita und ich das Flugzeug zurück nach Europa. Wir müssen früh morgens los, damit neben meinem Ticket auch Cita's Papiere und Transportbox gecheckt werden kann. Adi bringt uns mit Dodo hin und dann beginnt das spezielle Einchecken.

Erst mal suchen wir die passenden Schalter und erfahren dann, dass die Box mal sicher zum Schalter mit Sperrgut muss und sich die Mitarbeiter da um alles weitere kümmern. Die Mitarbeiterin am Schalter sorgt dann dafür, dass der verantwortliche Kontrolleur kommt und wir das Ticket für Cita bezahlen können. Vorreservieren kann man dies zwar bei der Buchung, aber hier wird nun noch definitiv abgerechnet je nach Grösse und Gewicht der Box. Air Franc/ KLM hat einen maximal Betrag von 400 € und uns werden für die Box und den Flug schliesslich umgerechnet ca. 390 € verrechnet. Nach dem Bezahlen wird die Box auf die passende Grösse geprüft (Regeln siehe hier: IATA PDF) und die Papiere durchgecheckt. Die antrainierte Riesen-Nuckel-Hamsterflasche wird dann leider abgelehnt - es darf nichts aussen an der Box befestigt sein. Wir müssen also noch einen Napf innen am Gitter befestigen für Trinkwasser, denn Wasserzugang ist Pflicht. Wir haben etwas damit gerechnet und deswegen alles griffbereit für den kleinen Umbau. Nun passt alles bei Mamacita und so wird sie freigegeben fürs Boarding.

Die Mitarbeiter sind so lieb und lassen uns nochmals eine Runde mit Cita drehen, damit sie nochmals pinkeln kann. Wir haben natürlich schon beim Camping eine frühe Runde gedreht und das Futter auch etwas reduziert. Auch hier am Flughafen schafft es Cita, nochmals zu pinkeln und ist somit optimal auf den Flug vorbereitet. Zur ausgemachten Zeit - möglichst knapp am Boarding - sind wir zurück am Schalter. Nun wird die Box durch die Gepäckkontrolle geschoben und Cita muss alleine durch den Flughafendetektor laufen, damit sicher gestellt ist, dass keine Gegenstände am/ im Hund geschmuggelt werden. Verrückt...!
Dann muss sie in die Box. Auf Aufforderung geht sie relativ entspannt in ihr "Häuschen" - scheint aber schon zu merken, dass es heute irgendwie um mehr geht. Immerhin sehe ich noch, wie sie sich hinlegt und dann muss ich ihr Tschüss sagen. Komm gut durch die Reise, kleine Mexikanerin!!

 

Ich kann nochmals zu Adi zurück, muss aber dann ebenfalls tschüss sagen und mich um mein eigenes Boarding kümmern. Phuu... Ja, so nervös war ich lange nicht mehr. Geht alles gut mit Cita?? 
Im Flugzeug belästige ich noch kurz die Crew und frage, ob der Hund geladen wurde und ob alles okay ist. Ja, sie bestätigen mir alles und so muss ich nun die langen Flugstunden darauf vertrauen, dass es unserem Vierbeiner unten im Flugzeug gut geht. 

 ©Ufbruchstimmig 

Landung in Paris!!! Zurück auf Europäischem Boden nach 999 Tagen. Es funktioniert alles erstaunlich effizient und gut. Gepäck habe ich nur Handgepäck und Cita. Also schnell rausfinden, wo sie ankommt. Leider ist es noch so früh morgens, dass kein Personal da ist. Ich steh also kurz etwas ratlos da und sehe dann das Sperrgut-Laufband. Und gerade als ich überlege, ob sie echt da kommt, läuft das Band an und ein Kinderwagen kommt und direkt dahinter die grosse, graue Box von Mamacita. Ich kann sie gerade noch etwas auffangen bevor sie an die Wand knallt. Huups - ruppige Landung in Europa. Cita wirkt verwirrt und unruhig, doch als sie mich sieht, kommt Freude auf und ein grosser Quietscher hallt durch die Ankunftshalle. So gern ich sie sofort raus lassen würde, entscheide ich mich fürs Aufladen auf den Gepäckwagen (zum Glück kann ich den neben das Band stellen und die Box nur rüber schieben und muss sie nicht alleine hochheben) und gehe erst mal zum Zoll. So kann ich den Papierkram noch ohne herumwuselnden Hund angehen. Obwohl hier eigentlich die Papiere für Haustiere gecheckt werden sollten, ist die Zöllnerin mit den Hundepapieren überfordert und winkt mich einfach weiter. Eigentlich hätte da irgendwo ein Einreisestempel drauf müssen... Aber naja, egal. Dem renne ich jetzt nicht nach. 

 

In der Ankunftshalle übersehe ich dann erst mal meine Schwester und ihren Partner, die schon bereit stehen. Langsam bin ich auch etwas KO...! Aber wir finden uns schliesslich, meine Schwester ärgert sich grün und blau, dass ihr Handy nicht gefilmt hat, wie sie eigentlich vor hatte (wer da jetzt genau Schuld dran ist, ist unklar...) und mich erwischt hätte, wie ich einfach an ihnen vorbei gelaufen bin. Suchenden Blickes....

Aber zusammen gefunden, entlassen wir nun die ungeduldige, vierbeinige Mexikanierin aus ihrer Box auf europäischen Boden!! Huii, freut sie sich. Der grösste Stress legt sich schnell und wir machen uns auf Richtung Parkplatz und Aussenbereich, damit Cita ihre Geschäftchen erledigen kann. Die Box ist nämlich absolut clean.

Draussen geht es dann aber nicht lange - der Hund entleert sich ein mal komplett, bekommt Futter, welches sie verschlingt, als hätte sie zwei Tage nichts gefressen - dabei waren es "nur" ca. 16h in der Flugbox. Wir laden alles in den Camper von meinen Eltern und fahren zum AirBnB.

 

Nun muss ein kleiner Ausschwenker her:

Wieso der Camper von meinen Eltern??? 

Meine Schwester und ich haben ja die verfrühte Ankunft von mir und Cita heimlich geplant als Überraschung zum 70. Geburtstag meiner Mama. Akribisch haben wir geplant, wie wir das anstellen, das Dachzeltalibi für Santiago stand ja. Der Plan Polarsteps auszutricksen ebenso und Adi hatte den Auftrag täglich Bilder an mich zu senden, damit ich Polarsteps "aktuell" halten kann mit der Fahrt in Richtung Uruguay. Wir haben das Tracking vom App also auf Adi's Handy überschrieben, sodass nun nicht mehr mein Handy (...in Europa!!) trackt. Da ich "hundetechnisch" den Flug möglichst schnell und ohne Zwischenstopps gebucht habe, war die Strecke Santiago - Paris schnell fix. Auch weil KLM/ Air France fast die einzige Airline ist, die das Fliegen Südamerika - Europa mit grossen Hundeboxen möglich macht. Zuerst dachten wir, am einfachsten kommen Mamacita und ich mit dem TGV in die Schweiz. Aber mit der grossen Box wäre das dann doch ziemlich komplex geworden. Also plante meine Schwester einen Kurztrip nach Paris.

Aber - obwohl ich nun ein "Abholkommando" hatte, war auch schnell klar, dass meine Schwester ein zu kleines Auto für die Hundebox plus 3 Personen hatte. So fiel die Idee und Wahl dann auf den Camper VW Bus unserer Eltern - aber wie kriegen wir den, ohne dass sie Verdacht schöpfen? 
Meine Schwester hat dann ein "Lügennetz" gewoben rund um eine Geschichte, dass ihr Partner, der Bier braut, einen Fermenter in der Nähe von Salzburg abholen müsse. Salzburg machte durchaus Sinn, weil:

- Die Kilometer Anzahl ungefähr stimmt Schweiz-Paris und Schweiz-Salzburg -- nur im Falle, dass unser Paps den KM Stand im Kopf hatte und anschliessend an den Trip komische Überlegungen macht, wenn der Bus zurück ist.

- Es komplett in die andere Richtung wie Paris liegt und keine Direktflüge nach Südamerika hat.

Dann muss man noch erwähnen, dass unsere weitere Familie ein äusserst gut funktionierendes und schnelles "Buschtelefon" betreibt. Die Salzburg Geschichte sollte klein bleiben, nur unsere Eltern sollten Bescheid wissen - war aber dann über das Buschtelefon in Windeseile auch unter unseren Tanten und Onkeln bekannt und wir mussten heillos aufpassen, dass wir uns nicht verquatschten. So zum Beispiel traf eine Tante von uns eines Tages am frühen Morgen kurz vor dem Paris-Trip am Bahnhof auf den Partner meiner Schwester und fängt an von Salzburg zu quatschen. Er noch halb verschlafen, will sie schon fragen, wie sie denn jetzt einfach so auf Salzburg komme, bis ihm kurz vor dem Unglück gerade noch rechtzeitig einfällt - halt JA!! Sie werden ja bald Salzburg besuchen... Nicht etwa Paris...!!

Schliesslich geschafft bis zum Tag der Abfahrt Richtung Paris, mussten meine Abholer schliesslich nur noch die Ortung des Busses ausschalten (ja - scheiss moderne Autos, die mit den Handys verbunden sind!!) und hoffen, dass dies nicht auffällt oder gar eine Benachrichtigung auf dem Handy unserer Mama gibt. Aber anscheinend nicht - und wie unsere Eltern im Nachhinein erzählen, hätten wir uns all diese exakten Vorkehrungen und Planungen absolut sparen können: Sie hätten nie im Leben erwartet, dass ich früher als "geplant" zurück bin. Nun denn, wir waren im "Missionsfieber" und haben uns von A bis Z beobachtet und auffällig gefühlt.

Wir hätten auch gerne ein paar Fotos gedroppt und "Hinweise" in die Familienchats geschickt. Zum Beispiel Mamacita auf "Salzburg Fotos" versteckt - aber haben es dann sein gelassen, da die ganze Geschichte bis jetzt tatsächlich noch unentdeckt blieb. Wir geniessen Paris im Schnelldurchlauf. Zum Schluss bei der Fahrt in Richtung Schweiz schafft es dann unsere Mama auch noch anzurufen und ich musste mich sehr schwer zusammen reissen, nicht zu lachen während sie auf der Freisprechanlage war und hoffte sehr, dass Cita keinen hundischen Laut von sich gibt, den meine Schwester erklären müsste. Ging aber alles gut - Telefonat verlief ohne Pannen. 

 

Am 16. Februar bin ich somit mit Vierpfoten zurück in die Schweiz gekommen - am tausendsten Tag nach Abflug! Dank meiner Schwester und ihrem Partner gemütlich gefahren und chauffiert im Bus unserer Eltern.

 ©Ufbruchstimmig 

Cita und ich haben uns dann bei meiner Schwester eingenistet, was ihre zwei Katzen mässig witzig fanden. Ihre neuen Lieblingsplätze befinden sich in Mamacita's Anwesenheit in luftiger Höhe. Aber wir mussten ja die Überraschung noch irgendwie hinkriegen. Erst wollten wir mich als grosses Geschenk einfach vor die Haustür unserer Eltern stellen. Aber die Hürde des Transportes war zu gross.

Eine grosse Kiste hatten wir, aber einfacher wäre, wenn unsere Eltern zur Kiste kämen und nicht die Kiste inklusive mir transportiert werden müsste. Also müssen wir nochmals eine kleine Geschichte einfädeln, dass der Geburtstagsapéro bei meiner Schwester zu Hause statt finden musste - natürlich nur aus zeitlichen Gründen nach dem Arbeiten. Erst dann soll es weiter ins Restaurant gehen. Unsere Eltern beissen gut an diese erneute kleine Notlüge an, dass es Marc sonst zeitlich nicht reicht bis zum Restaurant und so werde ich bei meiner Schwester in der Wohnung in eine riesige Kiste gepackt. Zudem noch eine Decke übergeworfen, damit man mich nicht sofort sieht und ein paar Ballone oben rein in den Karton - fertig.

Nur ein kleiner erwähnenswerter Haken: Habt ihr auch so bestimmte Experimente mit Luftballonen und Wolldecken gemacht?? Damals in der Schule?

Durch die Wolldecke gab es wohl ein bisschen statische Ladung, weshalb ab und an komplett unerwartet ein Ballon "zertätscht" ist, während ich in der Kiste sass. Ich hatte jedes mal einen halben Herzinfarkt und musste auch etwas aufquietschen. Immerhin hat mich das abgehärtet für den folgenden Fall beim Auspacken: Unser Paps hat die Ballone gesehen und fand es witzig, mit der Schere einen zu erstechen. Ich habe nur meine Schwester schreien hören: Achtung!!! Somit war ich eine Millisekunde vorgewarnt und habe es geschafft, den Ballon"tätscher" ohne Mucks meinerseits zu überstehen. Der Lachkrampf konnte ich noch etwas bremsen, aber nicht mehr Ewigkeiten und ich habe still in mich hineingelacht, was den Karton etwas zum schwanken brachte. "Iiiiih, das bewegt sich ja", ruft unsere Mama. Und ja, da ist es um mich geschehen - aber in dem Moment fällt auch der Groschen bei unserer Mama, dass da evtl. ja ich im Karton sitze. Tadaaaaaa!!! Da bin ich!


Die Überraschung ist suuper geglückt - wir sind immer noch überrascht, dass alles so gut funktioniert hat. Beim anschliessenden Restaurantbesuch haben wir dann ein Videocall zu unseren Tanten/ Onkeln gestartet um die seltsame Salzburg Geschichte aufzulösen. Da ging es dann aber auch noch ein paar Minuten, bis bei ihnen der Groschen gefallen ist, dass ich "im falschen Bildschirm" sitze. Nicht bei Adi in Südamerika, der ebenfalls telefonierte in der Gruppe, sondern im Restaurant bei meiner Familie. Die Überraschung ist auch da gross! :-D

 

Nach diesem besonderen Tag hat dann für mich und Mamacita den vermutlich "normalen Wahnsinn" des Einlebens, "Hallo sagen" und Zurechtfinden in der Schweiz begonnen. Das Februarwetter und die stark bevölkerte Schweiz waren erst nicht so einfach zu ertragen - aber wir haben uns alles in allem nicht so schlecht zurecht gefunden, bis Adi zurück kam. Und so hat für Cita und mich diese Reise ein Ende gefunden  und auch Cita wurde nun offiziell "eingebürgert" in der Schweiz.

Mit Freude kamen wir zurück zu Familie und Freunden, aber nach so einer langen Reise gehören auch weinende Augen dazu - die Freiheit eines solchen Trips zu verlassen und auch so einen wunderbaren Kontinent wie Südamerika.

 ©Ufbruchstimmig