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Torres del Paine, Puerto Natales und Punta Arenas 9. Januar bis 16. Januar

...oder von der letzten Woche am südamerikanischen Festland. Patagonien pur!

Wir reisen bei Cerro Castillo (Achtung - nur Cerro Castillo, nicht Villa Cerro Castillo, wo wir bereits waren... ;-) ) wieder nach Chile ein. Wer sich übrigens fragt, wieso wir plötzlich unkompliziert Grenzen-hüpfen können ohne gross Vorbereitungen oder Organisieren von Hundepapieren: In Patagonien verlaufen die Strassen so oft zwischen den Ländern Chile und Argentinien hin und her und man ist oft gezwungen, über die Grenze zu fahren. Dadurch sind die Kontrollen weniger strikt, die Grenzen entspannt und bei den Hundepapieren kann man für 60 Tage die selben verwenden. Wir reisen also immer noch mit den Papieren von Esquel. Allerdings gab es heute einige Unstimmigkeiten bezüglich der Hundepapiere. Die Chilenen wollten uns erklären, dass die Papiere nur 30Tage gültig sind (was weiter im Norden tatsächlich so ist). Aber wir haben uns nicht beirren lassen, haben sogar die 60 Tage Gültigkeit auf dem Papier notiert bekommen. So haben sie uns schliesslich dennoch einreisen lassen. Trotzdem etwas verunsichert, haben wir in Puerto Natales die SAG (die chilenische Behörde) gefragt, was denn stimmt und sie haben uns bestätigt, dass dieser Grenzbeamte hier falsch lag. In Patagonien sind die Papiere diefinitiv 60Tage gültig. Tja - auch Grenzbeamte wissen manchmal nicht so Recht Bescheid über Importregeln...!

 

Über der Grenze sind wir dann bereits in der bekannten Region rund um den Torres del Paine Nationalpark. Ihr ahnt es schon, auch hier ist es schwierig mit Hund. Wir steuern einen schönen Stellplatz am Rande des Nationalparks an. Eigentlich auch um zu überlegen, ob wir für Cita nochmals eine Pension suchen und den Park richtig besuchen oder nicht. Aber der Stellplatz ist so wunderschön, dass wir schliesslich einfach einige Tage hier stehen, die Ruhe und die Aussicht geniessen. 
Der Platz ist recht bekannt bei Reisenden und so haben wir wechselnde Gesellschaft während der vier Tagen, die wir hier verbringen. Unter anderem verbringen wir hier mit Alisha und Manuel einen super lustigen Abend und mit Tino und Flavia wetteifert Adi um den ersten Lachsfang. Obwohl Adi tatsächlich einen an der Angel hat, schafft er es leider nicht, den Lachs an Land zu kriegen. Von Tino erhalten wir dann aber ein paar Tage nachdem wir den Platz verlassen haben die Nachricht, dass sie tatsächlich noch das Glück hatten, einen grossen Lachs zu erwischen an diesem Fluss.

 

Nach vier Tagen hier stehen neigen sich aber mal wieder unsere Vorräte zur Neige und eine Sturmwarnung erreicht uns über andere Reisende. Und der Torres del Paine ist bekannt für umgekippte Camper bei Wind - also zieht es uns nun wirklich weg hier, so schön es hier ist, und wir entscheiden, weiterzuziehen nach Puerto Natales. Um etwas Sicherheit zu haben und auch mal allgemein wieder etwas zivilisierter unterwegs zu sein, entscheiden wir uns für einen Stopp auf dem lokalen Camping. Duschen, Wäsche waschen und ein letztes Mal Hundepapiere besorgen, denn so kommen wir dann definitiv zurück nach Santiago - ohne Diskussionen. Da wir bereits Fragen aufgeworfen hatten mit unseren argentinischen Papieren bei der letzten Grenze, suchen wir hier in Puerto Natales das SAG Büro auf. Das Büro bestätigt zwar, dass die Papiere 60 Tage gültig sind - aber da wir mit denen vom Dezember etwas knapp dran sein werden für die letzte Grenze vor Santiago, machen wir hier trotzdem nochmals neue. So haben wir nun auch chilenische Papiere, falls nochmals Uneinigkeiten auftreten sollten. Alles erledigt und das schlechte Wetter ausgesessen, sind wir nach zwei Nächten wieder bereit, weiter zu ziehen. Der angesagte Sturm war zum Glück nicht so heftig, wie befürchtet. 

 

 ©Ufbruchstimmig 

Nächster Stopp: Die Magellanstrasse!! Wir übernachten nach dem Camping direkt an der Magellanstrasse, schauen den Delfinen und Walen zu und geniessen das erstaunlich milde Wetter nahe dem offiziellen Punkt "Fin de Camino", dem südlichsten Punkt des chilenischen Festlandes.

Am nächsten Tag wollen wir die Fähre nehmen von Punta Arenas nach Porvenir auf Feuerland. Wir haben übrig Zeit, da das Schiff erst abends auslaufen soll. Wir laufen durch das Städtchen und geniessen es zur Abwechslung mal wieder einem Kaffee zu sitzen. Wir haben vor dem Kaffee trinken noch einige Overlander Fahrzeuge in den Strassen entdeckt. Einer ist uns besonders aufgefallen: Ein weisser Landcruiser mit LU Kennzeichen und einem Hubdach, wie wir auch davon träumen. Als wir so im Kaffee sitzen, kommt ein Paar rein und Adi murmelt nur so kurz: Wetten, das sind die Schweizer vom Landcruiser. Wir sind aber gerade mit bezahlen beschäftigt und das Kaffee scheint der absolute "place to be" zu sein und ist ziemlich voll. So kommt es, dass es nur bei der Vermutung bleibt und wir die beiden nicht näher beobachten können oder fragen können, ob sie wirklich Schweizer sind. Wir verlassen das Kaffee nur mit der Vermutung. 

 

Abends am Hafen stehen wir in einer langen Kolonne von Fahrzeugen. Die Fähre sollte schon da sein, aber irgendwie kommt sie einfach nicht. Plötzlich hören wir, wie andere Fahrer und vor allem auch die LKW Fahrer anfangen zu maulen und man hört raus, dass das Schiff heute nicht fährt: zuviel Wind. Wir steigen also auch mal aus dem Auto raus und laufen ins Ticket Office nach vorne. Tatsächlich wird uns da bestätigt: Die Fähre geht heute Abend nicht mehr. Es bricht ein kleineres Chaos aus, da man Tickets zurückgeben soll und Rückzahlungen anfordern muss für bereits gekaufte Tickets. Plötzlich hören wir auch Deutsch und Schweizerdeutsch um uns rum - und tatsächlich sind hier noch andere Reisende. Unter anderem die beiden vom Kaffee heute Nachmittag. Also die Vermutung mit der Schweiz stimmt schon mal, finden wir heraus. Und im Gespräch in der Warteschlange finden wir auch schnell raus, dass sie tatsächlich zum weissen Landcruiser gehören.

Endlich den Papierkram um die Tickets erledigt, entscheiden wir uns, zu viert ein Plätzchen für die Nacht zu suchen. Denn weit fahren will niemand mehr und Hans, der eine Part vom weissen Landcruiser kennt einen Stellplatz nicht weit von hier. Denn die beiden, Hans und Irene, sind mit eben diesem weissen Landcruiser schon vor 20 Jahren die Panamericana gefahren. Und sind nun zurück mit dem selben Auto um nochmals einige Länder zu bereisen. Der Abend mit den beiden ist sehr unterhaltsam. Am Morgen trennen sich unsere Wege vorerst - aber Feuerland ist nicht gross. Wir kreuzen uns bestimmt noch einmal, denken wir uns alle, und genau so kommt es dann später auch. Details folgen ;-).

 

 

Die Fähre allerdings fährt auch am nächsten Morgen noch nicht. Und so fahren wir die Ruta257, welche eine deutlich kürzere Fähre rüber nach Feuerland benötigt. Diese fährt zuverlässig und wir erreichen am 16. Januar 2025 tatsächlich: Feuerland!!

 ©Ufbruchstimmig