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Südliche Küste Argentinien bis zurück nach Chile 26. Januar bis 2. Februar

...oder vom Zusammenhang zwischen platten Reifen und offenem Dachzelt. Wir geniessen das wunderschöne Argentinien!!

Wir ziehen los mit dem Ziel Cabo Virgines. Hier sollen Pinguine "en masse" zu sehen sein. Wir brauchen aber einen Zwischenstopp in Rio Gallegos um einzukaufen. Es ist das erste Mal seit längerem, dass wir wieder "Grossmengen" (so viel eben in Dodo Platz hat...) einkaufen können, denn die nächste Grenze wird noch dauern, bis wir wieder nach Chile kommen.

Gefüllt mit allem Notwendigen geht es nach Cabo Virgines. Die Strasse zieht sich und ist eine der schlechtesten seit langem. Wellblech schüttelt Dodo ganz schön durch.
In der "Pingüinera" wagen wir noch einen Abendspaziergang. Cita muss im Auto warten. Doch im Nachhinein war sie vermutlich mehr als froh. Denn wir laufen in eine Regenwand rein und sind nass bis auf sie Unterhosen als wir zurück im Dodo sind. Aber die Pinguine haben uns jetzt schon begeistert. Wie süss sind diese Kerlchen denn!! Und sie watscheln über die Fusswege, als nehmen sie uns Menschen nicht wirklich wahr.
Für die Nacht ziehen wir etwas weg von der Pingüinera und suchen uns an der Küste einen Stellplatz. Aber wir möchten am Morgen nochmals hin - das Wetter soll wieder besser sein. Und tatsächlich ist es so und wir geniessen die Pinguinkolonie noch ausgiebig. Cita ist währenddessen im Auto in ihrer Flugbox und übt, in der Box zu verweilen und die Box anzutrainieren. Sie macht das schon sehr gut und hat die Box als ihre "Hundehütte" gut angenommen.
Hier unten liegt übrigens auch KM 0 von der berühmten RN40. Bei "Roadtrippern" ist die längste Fernstrasse Argentiniens so beliebt, dass es bei vielen das Ziel ist, diese Strasse vom KM 0 bis KM 5000 und ein paar (je nach dem, wo man das Ende sieht knapp 5200 bis 5300km Strecke) komplett unter die Räder zu kriegen. Uns fehlen nach wie vor ein paar davon, aber dafür sind wir ein paar auch doppelt gefahren ;-).

 ©Ufbruchstimmig 

Nach diesem Stopp im Süden folgen nun einige Fahrtage Richtung Norden. Wir folgen der RN3 und nehmen auch den Circuito Costal noch mit und können einige Seelöwen beobachten. An der Küste finden wir immer traumhafte und ruhige Stellplätze. Argentinien pur!!

 

Bei Caleta Olivia finden wir auch noch eine grössere Kolonie Seelöwen und können diese witzigen Gesellen nochmals beobachten. Irgendwie erinnern sie uns immer etwas an unsere Mamacita ;-).

 ©Ufbruchstimmig 

Wir wagen einen zusätzlichen Abstecher in die RN1. Den Tipp haben wir von RustyGary bekommen und der hat sich so verlockend angehört, dass wir darauf nicht verzichten möchten. Auf dem Weg Richtung Küste holen wir uns einen platten Reifen. Huups...! Mit unseren alten Reifen kannten wir das gar nicht, aber seit wir Hankook fahren ist dies bereits Platten Nummer 3. Aber dank unseren "Gummiwürsten" ist der Platten schnell geflickt.

Bis kurz vor Camarones folgen wir der wunderschönen Strasse und stellen uns dann direkt an den Strand, wo wir einen Tag lang rasten. Der Strand ist so wunderbar verlassen, dass wir etwas verweilen und die Ruhe geniessen.

 

Dann geht es aber wieder landeinwärts und wir verlassen die wunderschöne argentinische Küste. Am Rio Chubut finden wir aber einen fast genau so schönen Stellplatz. Einzig wirkt er etwas unheimlich: Cita ist immer sehr unruhig und gestresst, schnuffelt viel und findet kaum Plätzchen zum pinkeln. Am nächsten Tag erhärtet sich unser Verdacht, dass wir uns hier in einem Gebiet mit Pumas befinden. Auf den Zäunen hängen einige tote Tiere "aufgepfählt". Ist das eine Tradition? Abschreckung von Raubtieren? Von bösen Geistern? Wir wissen es nicht - aber unter den Tieren sind viele Füchse aber mindestens auch einen Puma. Es gibt sie also hier.

Bei einem der Stopps für Fotos machen, bemerken wir es dann: Uiiiuuuuiiiuiiii - nun ist es uns das erste Mal seit fast 3 Jahren passiert: Wir haben das Dachzelt vergessen zu schliessen.

Aber: Am Morgen beim Zusammenpacken hat Adi wieder einen platten Reifen entdeckt. Dieser hat ihn vom Dachzelt abgelenkt - die Leiter hatte er aber bereits hochgeschoben gehabt. Und so haben wir beim Losfahren absolut nichts bemerkt. Keine Leiter, die am Boden kratzte oder umgefallen wäre. 

Und so sind wir erstaunlich viele Kilometer mit offenem Dachzelt durch die argentinische Pampas gefahren... ;-) - eineinhalb Stunden lang. Kam uns halt kein anderes Auto entgegen, dessen Fahrer uns hätten darauf aufmerksam machen können... Ich, Maya, bin sogar mal ausgestiegen, um den toten Puma anzuschauen. Ist mir nicht mal draussen aufgefallen, dass da das Zelt noch auf dem Dach offen steht. Und auch Adi's Bauchgefühl, dass wir irgendetwas vergessen haben, hat uns zu wenig beunruhigt... Beim Zusammenpacken des Zeltes am Strassenrand, entdecken wir auch einen weiteren platten Reifen... Gummiwürste müssen wieder her! Diesmal klappt das Multitasking: Das Dachzelt ist am Ende auch zu!

 

 ©Ufbruchstimmig 

Wir fahren zum Piedra Parada, einem beeindruckenden Fels im Nirgendwo. Eine wunderschöne Gegend!! Wir fahren in ein Seitental weiter und merken leider erst zu spät, dass wir die Ranger hätten fragen sollen, ob die Strasse durchgehend ist. Auf all unseren Offlinekarten hört sie irgendwo auf, aber interessanterweise fahren wir immer noch weiter in wunderschönen Canyons und Felslandschaften. Wie schön wäre es hier irgendwo zu übernachten und einfach immer weiter zu fahren. Aber leider haben wir nirgends Netz und können die Satellitenkarten nicht weiter durchsuchen, ob ein Durchkommen möglich ist. Wir drehen bei einer Estancia schliesslich um und fahren zurück auf unsere geplante Strecke in Richtung chilenische Grenze. Auch, weil auf diesen Strassen unsere Anzahl an platten Reifen nochmals signifikant gestiegen ist. Von Nummer 3 sind wir heute bis Nummer 7 gekommen. Aber alles soweit in Ordnung - Gummiwürste sei Dank!! Da es wieder länger hell ist und wir sie Region kennen, fahren wir noch bis spät abends und bis El Bolson und stellen uns - einmal mehr - an unseren wohlbekannten Flussplatz im Süden des Dorfes.

 

 

Am nächsten Tag fahren wir über die Grenze nach Chile. Hier am Paso Cardenal läuft alles sehr "un-südamerikanisch" strukturiert ab. Die Autos werden eingeteilt, jeder muss zu einem Tisch fahren und die Koffern ausladen und offen hinlegen. Wir - ohne Koffern und Gepäck - müssen halt die Autotüren öffnen und zur Inspektion frei geben. Es folgt der Zöllner mit Diensthund. Der junge Schäferhund ist nervös wegen Cita und kann sich absolut nicht auf seine Arbeit konzentrieren. Wir wollen mit Cita etwas in Distanz gehen, aber der Zöllner sagt, sein Hund müsse das lernen. Also bleibe ich mit Cita vorne am Auto stehen, wie angeordnet. Der Zoll-Hund ist nach wie vor absolut nicht bei der Arbeit, aber tja... Heute ebnen wir vielleicht einigen Schmugglern den Weg... Wir hoffen mal, es ist wegen unserer hübschen Mamacita ;-) nicht zu viel nach Chile gekommen. Unsere einzige übrige Zwiebel hat es allerdings geschafft. Der Hund hat sie nicht erschnüffelt vor lauter Aufregung.

 ©Ufbruchstimmig